Zum Hauptinhalt springen

Glossar

Die Sprache der Kardiologie, erklärt

Mit einem Wort aus der Sprechstunde zu gehen, das man nicht nachzufragen wagte, ist ganz normal. Hier steht, was es bedeutet.

Zum Buchstaben

323 Begriffe

A

ACE-Hemmer

Medikamente, die die Bildung von Angiotensin II unterbinden, jenem Stoff, der die Arterien eng stellt. Sie senken den Blutdruck und schützen das Herz nach einem Infarkt. Regelmäßige Blutkontrollen überwachen Nierenwerte und Kalium.

Adrenalin

Hormon, das bei Stress oder Anstrengung freigesetzt wird; es beschleunigt den Herzschlag und hebt den Blutdruck. Im Notfall bringt es ein stehendes Herz zurück oder behandelt den allergischen Schock. Dauerhaft zu viel davon erschöpft das Herz.

Adventitia

Äußere Schicht einer Arterie aus Bindegewebe und kleinen versorgenden Gefäßen. Sie schützt das Gefäß und verankert es im umliegenden Gewebe.

Aktive Mitwirkung der Patientinnen und Patienten

Sich aktiv einbringen: verstehen, mitentscheiden, handeln. Je stärker diese Mitwirkung, desto besser die Therapietreue und desto geringer das Rückfallrisiko. Apps, Selbsthilfegruppen und Patientenschulungen stärken sie.

Akutes Koronarsyndrom

Das akute Koronarsyndrom bezeichnet eine Gruppe ernster Situationen, in denen die Blutversorgung des Herzmuskels durch ein Problem in den Herzkranzgefäßen plötzlich vermindert oder unterbrochen ist. Es ist ein medizinischer Notfall, der unbehandelt in einen Herzinfarkt übergeht. Typische Beschwerden sind Schmerz oder Enge in der Brust, meist hinter dem Brustbein, mit Ausstrahlung in Arm, Kiefer, Hals oder Rücken. Häufig kommen Atemnot, starke Erschöpfung, kalter Schweiß, Übelkeit und ein Gefühl von Angst oder drohender Gefahr dazu. Bei manchen Menschen, besonders bei Frauen und bei Diabetes, fallen die Zeichen deutlich schwächer aus. Sofort die 112 rufen.

Akutes Lungenödem

Das akute Lungenödem ist ein Notfall, meist ausgelöst von einem erschöpften Herzen, etwa nach einem Infarkt, bei Herzschwäche oder nach einer sehr salzigen Mahlzeit. Das Blut staut sich, Flüssigkeit tritt in die Lunge über und verursacht plötzliche Atemnot, Husten mit rosigem Schaum und Erstickungsgefühl. Eine sofortige Behandlung im Krankenhaus ist unerlässlich.

Aldosteron

Hormon, das die Niere dazu bringt, Salz und Wasser zurückzuhalten, was den Blutdruck steigen lässt. Aldosteronantagonisten blockieren diesen Effekt und behandeln so Bluthochdruck und Herzschwäche.

Aldosteronantagonisten

Entwässernde Mittel, die das Hormon blockieren, das Wasser und Salz zurückhält. Sie entlasten das schwache Herz und senken den Blutdruck. Der Kaliumwert wird regelmäßig im Blut kontrolliert.

Alkohol und Herzrisiko

Fürs Herz ist es am besten, gar nicht zu trinken: Es gibt keine unbedenkliche Menge. Alkohol treibt den Blutdruck hoch und schwächt den Herzmuskel. Schon ein einziges Wochenende mit zu viel davon kann eine Rhythmusstörung auslösen. Der Verzicht schützt auch die Leber; fällt er schwer, hilft Ihnen Ihre Ärztin weiter.

Alter und Herzrisiko

Mit den Jahren werden die Arterien starrer, was Bluthochdruck und Ablagerungen begünstigt. Ab 60 gehören Blutdruck- und Cholesterinkontrollen zum Standard. Eine gesunde Lebensweise und Bewegung verzögern diese Gefäßalterung.

Ambulante 24-Stunden-Blutdruckmessung (ABDM)

Gerät, das den Blutdruck über 24 Stunden automatisch bei Tag und Nacht misst. Es unterscheidet echten Bluthochdruck von kurzfristiger Aufregung in der Praxis. Die Behandlung richtet sich nach dem Mittelwert.

Anämie (Blutarmut)

Mangel an Hämoglobin oder roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff transportieren. Die Folgen sind Müdigkeit, Atemnot und Blässe. Wird die Ursache behandelt (Eisenmangel, Blutung, chronische Krankheit), kehrt die Kraft zurück.

Anastomose

Naht, die zwei Gefäße verbindet, um die Durchblutung wiederherzustellen, etwa bei einer Bypass-Operation. Das Blut umgeht damit eine Engstelle oder einen kranken Abschnitt. Von der Qualität der Naht hängt ab, wie lange der Fluss hält.

Aneurysma

Abschnitt einer Arterie, der sich durch eine geschwächte Wand sackartig ausweitet. Wird die Aussackung zu groß, kann sie reißen: Das ist lebensbedrohlich. Ultraschall- oder CT-Kontrollen entscheiden über eine vorbeugende Operation.

Angeborene Herzfehler

Fehlbildungen des Herzens, die von Geburt an bestehen: ein Loch, eine enge Klappe, ein fehlendes Gefäß. Manche verwachsen von selbst, andere brauchen Operation oder Katheter. Auch nach der Korrektur bleibt oft eine lebenslange Kontrolle nötig.

Angehörige nach dem Herzinfarkt

Nahestehende Menschen unterstützen im Alltag, bei den Medikamenten und bei den neuen Gewohnheiten. Ihre Anwesenheit beruhigt, senkt die Angst nach dem Ereignis und beschleunigt die Erholung. In Schulungen lernen sie, was bei Brustschmerz oder Schwäche zu tun ist.

Angepasste körperliche Aktivität

Bewegungsprogramm, das die Ärztin nach Alter, Belastbarkeit und Begleiterkrankungen zuschneidet. Es stärkt das Herz, senkt Blutdruck und Blutzucker, ohne zu überfordern. Die Einheiten steigern sich langsam und werden kontrolliert.

Angina pectoris

Schmerz oder Enge in der Brust bei Anstrengung oder Stress, Zeichen von Sauerstoffmangel im Herzen. In Ruhe oder nach Nitrospray lässt sie binnen Minuten nach. Nimmt sie zu, gehört das sofort ärztlich abgeklärt.

Angiogenese

Bildung neuer Kapillaren, die schlecht durchblutetes Gewebe besser versorgen. Am Herzen verbessert sie manchmal die Sauerstoffzufuhr rund um eine verschlossene Arterie. Die Forschung versucht, sie bei bestimmten Patienten anzuregen.

Angiographie

Röntgenaufnahme eines Gefäßes, das über einen Katheter mit Kontrastmittel sichtbar gemacht wird. Sie zeigt Engstellen oder Aussackungen und leitet bei Bedarf die Aufdehnung. Der Eingriff läuft in örtlicher Betäubung und dauert unter einer Stunde.

Angiokardiographie

Angiographie der Herzhöhlen, um Volumina und Klappen zu beurteilen. Sie ergänzt den Ultraschall, wenn sehr genaue Messwerte nötig sind. Die Risiken entsprechen jeder Untersuchung mit jodhaltigem Kontrastmittel.

Angioplastie (Ballondilatation)

Aufdehnung einer verengten Arterie mit einem Ballon, meist gefolgt vom Einsetzen eines Stents. Ein kurzer Eingriff in örtlicher Betäubung, der den Blutfluss wiederherstellt.

Angiotensin II

Kleines Hormon, das die Gefäße eng stellt und den Blutdruck hebt. Die Medikamente ACE-Hemmer und Sartane blockieren seine Bildung oder seine Wirkung und behandeln so Bluthochdruck und Herzschwäche.

Angiotensin-Converting-Enzym (ACE)

Eiweiß, das Angiotensin I in Angiotensin II umwandelt, das Hormon, das den Blutdruck hebt. ACE-Hemmer blockieren dieses Enzym und senken so den Druck.

Antagonist

Substanz, die einen Rezeptor besetzt und die natürliche Wirkung dort aufhebt, etwa ein Betablocker gegen Adrenalin. So wird eine überschießende Reaktion gedämpft, zum Beispiel Herzrasen oder Gefäßverengung.

Antithrombotika

Oberbegriff für Plättchenhemmer, Gerinnungshemmer und Thrombolytika. Sie sollen ein Gerinnsel verhindern oder auflösen.

Aorta

Größte Arterie des Körpers; sie nimmt das Blut aus der linken Herzkammer auf und verteilt es überallhin. Sie muss elastisch bleiben, Bluthochdruck und Rauchen schwächen sie. Ihr Durchmesser wird kontrolliert, um ein Aneurysma früh zu erkennen.

Aortendissektion

Einriss in der inneren Aortenwand, durch den sich Blut einen falschen Kanal bahnt. Der Brustschmerz setzt schlagartig ein wie ein Messerstich. Es ist ein chirurgischer oder katheterinterventioneller Notfall.

Aortokoronarer Bypass

Operation, die mit einer entnommenen Vene oder Arterie eine Verbindung von der Aorta zum Herzkranzgefäß hinter der Engstelle legt. Sie stellt die Durchblutung des Herzens wieder her.

Arterielle Hypotonie

Werte unter 90/60 mm Hg in Ruhe. Ursache können eine zu starke Medikation, Flüssigkeitsmangel oder eine Hormonstörung sein. Die Ärztin prüft Medikamente, Trinkmenge und Herzfunktion.

Arterien

Gefäße, die das sauerstoffreiche Blut zu den Organen bringen. Sie verengen sich durch Ablagerungen oder weiten sich bei einem Aneurysma. Ausgewogenes Essen und Bewegung halten sie elastisch.

Arteriographie

Röntgen einer Arterie nach Gabe von jodhaltigem Kontrastmittel, um eine Engstelle oder ein Leck zu finden. Im selben Eingriff kann direkt ein Stent gesetzt werden.

Atherom (Ablagerung)

Plaque aus Cholesterin und Entzündungszellen, die die Arterienwand verdickt. Reißt sie ein, verschließt ein Gerinnsel das Gefäß schlagartig: der Herzinfarkt. Ein niedriger LDL-Wert hält sie stabil.

Atherosklerotische Plaque

Ablagerung aus Cholesterin, Entzündungszellen und Kalk in der Arterienwand. Sie verengt das Gefäß und kann einreißen, worauf sich ein Gerinnsel bildet. Ein niedriges LDL, Rauchstopp und Bewegung halten sie stabil.

Ausdauertraining nach dem Herzinfarkt

Sanfte Einheiten auf Rad oder Laufband unter Anleitung des Reha-Teams. Sie stärken das Herz, senken das Cholesterin und heben die Stimmung. Das Programm richtet sich nach dem Belastungstest jedes Einzelnen.

Auskultation (Abhören)

Das Abhören der Herztöne mit dem Stethoskop: das Tuk-Tak, Geräusche oder Reiben. Dieser einfache Handgriff findet schon viele Auffälligkeiten.

Automatisierte Symptomkontrolle

App-System, das täglich nach Schmerz, Atemnot, Gewicht und Blutdruck fragt. Verlässt ein Wert den festgelegten Bereich, geht eine Warnung an Praxis oder Patient. So lässt sich reagieren, bevor eine Klinikeinweisung nötig wird.

Automatisierter externer Defibrillator (AED)

Tragbares Gerät, das den Rhythmus analysiert und bei Bedarf einen Stromstoß abgibt. In öffentlichen Gebäuden verfügbar, führt es die helfende Person Schritt für Schritt: öffnen, Elektroden kleben, Schocktaste drücken. Früh eingesetzt, rettet es Leben.

B

Ballaststoffreiche Lebensmittel

Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst und Vollkornbrot binden einen Teil des Cholesterins und glätten den Blutzucker. Sie sättigen länger und pflegen die Darmflora. 25 g Ballaststoffe am Tag sind ein gutes Ziel fürs Herz.

Bauchbetontes Übergewicht

Fettpolster rund um die Taille, gemessen als Bauchumfang über 94 cm bei Männern und über 80 cm bei Frauen. Dieses Bauchfett schüttet entzündungsfördernde Stoffe aus, die Diabetes und Infarkt begünstigen. Fünf bis zehn Prozent Gewichtsabnahme senken diese Risiken deutlich.

Belastungs-EKG

Belastungstest unter ärztlicher Aufsicht, der die Leistungsfähigkeit des Herzens und die Belastbarkeit misst. EKG, Blutdruck und Beschwerden werden dabei laufend beobachtet.

Belastungstest

Untersuchung auf Laufband oder Fahrradergometer mit durchgehendem EKG, während die Belastung steigt. Sie deckt eine schlechte Durchblutung des Herzens auf oder misst die körperliche Leistungsfähigkeit. Bei ungewöhnlichem Schmerz oder Blutdruckabfall wird sofort abgebrochen.

Beta-adrenerger Rezeptor

Eiweiß an Herz und Arterien, das von Adrenalin aktiviert wird; Betablocker besetzen es und senken so Frequenz und Blutdruck.

Betablocker

Medikamente, die den Herzschlag verlangsamen und den Blutdruck senken, indem sie die Wirkung des Adrenalins blockieren. Sie lindern Angina pectoris, verhindern erneute Infarkte und behandeln bestimmte Rhythmusstörungen. Regelmäßige Einnahme und Pulskontrolle gehören dazu.

Bewegungsmangel

Zeit, die außerhalb des Schlafs sitzend oder liegend verbracht wird, ab etwa acht Stunden täglich. Er begünstigt Gewichtszunahme, Diabetes und Bluthochdruck. Jede Stunde aufstehen und fünf Minuten gehen mildert diese Wirkung.

Bildgebung

Sammelbegriff für Röntgen, Ultraschall, CT, MRT und Szintigraphie. Diese Verfahren zeigen Aufbau oder Funktion von Herz und Gefäßen. Die Wahl richtet sich nach der Fragestellung und nach Gegenanzeigen.

Biomarker

Im Blut gemessene Substanz, die den Zustand eines Organs anzeigt; das Troponin etwa zeigt eine Schädigung des Herzens. Biomarker stützen die Diagnose oder die Verlaufskontrolle einer Behandlung. Ihre Deutung hängt immer vom klinischen Bild ab.

Blutdruck

Kraft, die das Blut auf die Arterienwand ausübt, angegeben in mm Hg als oberer und unterer Wert. Gut ist ein Wert unter 140/90 in der Praxis und unter 135/85 zu Hause. Kontrollieren lässt er sich mit weniger Salz, Bewegung und bei Bedarf Medikamenten.

Blutdruckkontrolle

Häufiges Messen des Blutdrucks zu Hause oder in der Praxis, um die Medikamente einzustellen. Die Zielwerte liegen bei der Selbstmessung unter 135/85 mm Hg. Die Zahlen in einem Heft oder einer App zu notieren erleichtert die Auswertung.

Blutdruckmessgerät für zu Hause

Elektronisches Gerät zum Messen des eigenen Blutdrucks daheim. Je zwei Messungen morgens und abends an drei Tagen ergeben einen verlässlichen Mittelwert. Die Zahlen helfen der Ärztin, die Behandlung anzupassen.

Blutdrucksenker

Mehrere Gruppen von Medikamenten, die den Blutdruck unter 140/90 mm Hg bringen. Gut eingestellt, schützt der Blutdruck Gehirn, Nieren und Herz. Am besten wirken sie zusammen mit einem gesunden Alltag.

Blutfluss

Blutmenge, die pro Minute durch ein Gefäß oder ein Organ strömt. Er hängt vom Herzzeitvolumen und der Weite der Arterien ab.

Blutgasanalyse

Blutentnahme aus einer Arterie, die Sauerstoff, Kohlendioxid und den pH-Wert bestimmt. Sie hilft, die Schwere einer Lungenembolie oder einer Ateminsuffizienz einzuschätzen. Die Entnahme erfolgt am Handgelenk unter leichter örtlicher Betäubung.

Blutgerinnung

Kaskade von Eiweißen im Blut, die ein Fibringerinnsel bildet und eine Blutung stoppt. Lebenswichtig, aber gefährlich, wenn sie eine Arterie verschließt.

Bluthochdruck

Blutdruck dauerhaft über 140/90 mm Hg. Unbehandelt verschleißt er Herz und Nieren und begünstigt Schlaganfall und Infarkt. Medikamente, Gewichtsabnahme und weniger Salz senken ihn.

Blutplättchen (Thrombozyten)

Kleine Blutzellen, die für die Gerinnung unverzichtbar sind. Zahl und Funktion werden vor Operationen und unter Plättchenhemmern bestimmt.

Blutung

Innerer oder äußerer Blutverlust, der zum Schock führen kann. Die Blutung muss gestoppt werden, manchmal ist eine Transfusion nötig.

Blutwerte (Labordiagnostik)

Blutentnahmen, die Glukose, Cholesterin, Troponin, INR und anderes bestimmen. Sie dienen dazu, eine Diagnose zu stellen, eine Behandlung zu überwachen oder einen Risikofaktor früh zu erkennen.

Blutzucker

Glukosewert im Blut, nüchtern idealerweise zwischen 70 und 110 mg/dl. Bei Diabetes ist die regelmäßige Kontrolle unverzichtbar, um Herzkomplikationen zu vermeiden.

Body-Mass-Index (BMI)

Gewicht geteilt durch die Körpergröße im Quadrat; normal zwischen 18,5 und 24,9. Über 25 steigt das Risiko für Diabetes und Bluthochdruck. Ein BMI unter 18,5 weist mitunter auf eine Mangelernährung hin.

Bradykardie

Herzfrequenz unter 50 Schlägen pro Minute in Ruhe. Sportliche Menschen vertragen das oft gut, doch wenn zu wenig Blut fließt, kommen Müdigkeit und Schwindel dazu. Bei störenden Beschwerden wird ein Herzschrittmacher erwogen.

Brustschmerz nach der Stentimplantation

Ziehen oder Druck in der Brust nach dem Setzen eines Stents, meist vorübergehend. Es verschwindet binnen weniger Tage, gegebenenfalls mit einem leichten Schmerzmittel. Nimmt der Schmerz zu oder kehrt er bei Belastung wieder, gehört das sofort in die kardiologische Sprechstunde.

C

C-reaktives Protein (CRP)

Blutwert für Entzündung: je höher er ist, desto stärker die Entzündung in den Gefäßen. Ein hohes CRP sagt ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko voraus. Gewicht abnehmen, mit dem Rauchen aufhören und das Cholesterin behandeln senken ihn.

CHA₂DS₂-VASc-Score

Werkzeug, das bei Vorhofflimmern das Schlaganfallrisiko abschätzt und über die Gabe eines Gerinnungshemmers mitentscheidet.

Checkliste nach dem Herzinfarkt

Übersicht für zu Hause: Medikamente, Bewegung, Termine und Warnzeichen. Sie hilft, nichts zu vergessen und Auffälliges früh zu bemerken.

Chirurgische Anastomose

Naht zwischen zwei Gefäßen oder Organabschnitten, die eine normale Durchblutung wiederherstellt, zum Beispiel beim Koronarbypass. Sie sichert einen dauerhaften Blutfluss.

Cholesterin

Für die Zellen unverzichtbares Fett, das im Blut als LDL (schlecht) und HDL (gut) transportiert wird. Ein hohes LDL bildet Plaques in den Arterien; Ernährung, Bewegung und Statine senken es.

Cholesterinsenkende Ernährung

Kost mit wenig gesättigten Fetten wie Butter und Wurst und viel Ballaststoffen, Gemüse, fettem Seefisch und Olivenöl. Sie senkt das LDL und hebt manchmal das HDL. Zusammen mit Statinen verringert sie die Zahl der Plaques.

Chronisch entzündliche Erkrankungen und Herz

Krankheiten wie Rheuma oder Schuppenflechte setzen Botenstoffe frei, die auch die Arterien entzünden. Sie verdoppeln etwa das Infarktrisiko. Eine regelmäßige kardiologische Kontrolle ist deshalb ratsam.

Chronisches Cor pulmonale

Schwäche des rechten Herzens infolge einer langjährigen Lungenerkrankung wie der COPD. Sie führt zu Wassereinlagerungen, Atemnot und Erschöpfung.

Ciclosporin

Immunsuppressivum, das die Abstoßung eines Transplantats verhindert, aber Blutdruck und Cholesterin steigen lassen kann. Regelmäßige Blutkontrollen sind Pflicht.

COPD und Herz

Die chronische Lungenerkrankung, meist durch Rauchen verursacht, senkt den Sauerstoff im Blut und belastet das rechte Herz. Sie erhöht das Risiko für Rhythmusstörungen und Herzschwäche. Rauchstopp und konsequente Inhalationstherapie schützen auch das Herz.

D

D-Dimere

Fibrinbruchstücke, die im Blut auftauchen, wenn ein Gerinnsel entsteht und wieder abgebaut wird. Ein hoher Wert lenkt den Verdacht auf eine Thrombose oder Lungenembolie. Ein Bildgebungsverfahren sichert die Diagnose.

Darmflora und Herz

Darmbakterien bilden Stoffe, die die Entzündung in den Arterien beeinflussen. Eine ballaststoffreiche Ernährung fördert eine schützende Darmflora.

DASH-Ernährung

Ernährungsform aus Obst, Gemüse, fettarmen Milchprodukten und wenig Salz, entwickelt zur Senkung des Blutdrucks. Sie liefert viel Kalium, Kalzium und Magnesium, allesamt schützende Mineralstoffe. Der Effekt zeigt sich nach zwei bis vier Wochen.

Depression nach dem Herzinfarkt

Anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessenverlust und Erschöpfung, die bis zu einem Fünftel der Betroffenen nach einem Infarkt trifft. Sie untergräbt die Therapietreue und bremst die Reha. Psychologische Begleitung und, falls nötig, eine antidepressive Behandlung sind angezeigt.

Diabetes und koronare Herzkrankheit

Hoher Blutzucker schädigt die Arterien und beschleunigt die Plaquebildung. Menschen mit Diabetes haben ein zwei- bis dreifach höheres Infarktrisiko. Gut eingestellte Blutzucker- und Blutfettwerte sind deshalb entscheidend.

Diastole

Phase, in der das Herz nach jedem Schlag erschlafft und sich mit Blut füllt. Eine zu kurze Diastole bei Herzrasen verringert die Füllung und kann Atemnot verursachen. Betablocker oder Entspannung verlängern diese Phase wieder.

Digitale Betreuung nach dem Herzinfarkt

Nach einem Herzinfarkt hält die digitale Betreuung die Verbindung zum Behandlungsteam, macht den eigenen Gesundheitszustand verständlicher und beugt einem Rückfall vor. Über Apps, vernetzte Geräte und Plattformen für die Fernbetreuung werden Patientinnen und Patienten im Alltag durch ihre Genesung begleitet.

Digitale Gesundheit

Geräte, Apps und Plattformen, die Gesundheitsdaten in Echtzeit erfassen und teilen. Sie erleichtern die Verlaufskontrolle und den Austausch mit dem Behandlungsteam. Mehr Reaktionsschnelligkeit, weniger unnötige Wege.

Digitale Gesundheit nach dem Herzinfarkt

Nach einem Herzinfarkt fasst digitale Gesundheit alle digitalen Werkzeuge zusammen, von Apps über vernetzte Geräte bis zur Fernbetreuung, die den Patienten begleiten, während er sich erholt und einem Rückfall vorbeugt. Die Betreuung wird dadurch regelmäßiger, persönlicher und beruhigender, ergänzend zur klassischen medizinischen Versorgung.

Digitale Gesundheitsakte

Digitales Heft, das Allergien, Impfungen, Befunde und Behandlungen an einem Ort bündelt. Auf Smartphone oder Rechner abrufbar, verhindert es Lücken im Arztgespräch. Manche Portale speichern sogar Bilder und Arztbriefe.

Digitale Subtraktionsangiographie

Gefäßröntgen mit jodhaltigem Kontrastmittel, aufgenommen von digitalen Detektoren. Das ergibt hoch aufgelöste Bilder bei geringerer Strahlendosis.

Digitale Therapietreue

Erfassung der Medikamenteneinnahme in Echtzeit über eine App oder eine vernetzte Dosierbox. Das System erinnert die Person und mitunter auch das Behandlungsteam an eine vergessene Dosis. Es macht die Einnahme regelmäßiger.

Digitaler Begleiter

Ein digitaler Begleiter ist eine App, die Menschen im Alltag mit ihrer Erkrankung unterstützt. Sie bietet eine persönliche Betreuung, verständliche Inhalte und Erinnerungen, die zur jeweiligen medizinischen Lage passen. Bei Noctua Care hilft sie Herz-Kreislauf-Patientinnen und -Patienten nach einem Infarkt, herzgesunde Gewohnheiten dauerhaft beizubehalten.

Digitales Herztagebuch

App, in der Blutdruck, Puls, Gewicht und Beschwerden täglich festgehalten werden. Die Daten gehen an die behandelnde Ärztin und helfen, die Therapie anzupassen. Eine klare Kurve macht die Fortschritte sichtbar.

Digitalis

Altes Medikament, das die Kraft der Herzkontraktion steigert und bestimmte Rhythmusstörungen bremst. Eingesetzt vor allem bei Herzschwäche oder Vorhofflimmern, wenn andere Mittel nicht reichen. Regelmäßige Blutkontrollen verhindern eine Überdosierung.

Digitalisierter Behandlungspfad

Organisation der Versorgung über eine geschützte Plattform, auf der Ärztinnen, Pflegende und Patient Befunde und Termine teilen. Sie vermeidet Doppeluntersuchungen und beschleunigt Entscheidungen. Dem Patienten fällt es damit leichter, dem Behandlungsplan zu folgen.

Dissezierendes Aneurysma

Einriss in der Aortenwand, durch den zwei Blutkanäle entstehen; der Brustschmerz setzt schlagartig ein. Es ist ein lebensbedrohlicher Notfall für Chirurgie oder Katheterbehandlung.

Diuretika (Entwässerungsmittel)

Medikamente, die Wasser und Salz über die Nieren ausschwemmen und so Blutdruck und Wassereinlagerungen senken. Der Kaliumwert muss kontrolliert werden.

Doppler-Ultraschall

Untersuchung mit Ultraschall, die Geschwindigkeit und Richtung des Blutes in den Gefäßen misst. Sie findet Engstellen, undichte Klappen oder Gerinnsel ohne jede Injektion. Schnell und schmerzfrei, leitet sie oft die Behandlungsentscheidung.

Dyspnoe (Atemnot)

Das Gefühl, in Ruhe oder bei Anstrengung nicht genug Luft zu bekommen. Dahinter können Herzschwäche, Lungenembolie oder Blutarmut stecken. Zu beschreiben, wann sie auftritt, hilft der Ärztin bei der Ursachensuche.

E

Echogenität

Fähigkeit eines Gewebes, Ultraschall zurückzuwerfen. Stark echogenes Gewebe erscheint weiß, Flüssigkeit erscheint schwarz. Dieser Unterschied trennt Muskel, Fett und Verkalkung voneinander.

Echokardiographie (Herzultraschall)

Ultraschall, der Herzhöhlen, Klappen und Pumpbewegung live zeigt. Die wichtigste Untersuchung, um eine Herzschwäche oder einen Klappenfehler festzustellen. Ohne Röntgenstrahlen, schmerzfrei, rund 20 Minuten.

Ejektionsfraktion

Anteil des Blutes, den die Kammer bei jeder Kontraktion auswirft; ab 50 Prozent gilt sie als normal. Dieser Kernwert aus der Echokardiographie beschreibt die Pumpkraft. Ein niedriger Wert zeigt eine systolische Herzschwäche an.

Elektrokardiogramm (EKG)

Das EKG zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens über Elektroden auf der Haut auf. Es zeigt Rhythmusstörungen, eine Minderdurchblutung des Muskels oder Medikamentenwirkungen. Schnell, schmerzfrei und in Praxis wie Klinik verfügbar.

Elektroschock (Defibrillation)

Stromstoß auf den Brustkorb oder aus einem implantierten Defibrillator, der das Herz in den normalen Rhythmus zurückbringt. Je früher er bei Kammerflimmern kommt, desto mehr Leben rettet er.

Embolie

Verschluss einer Arterie durch einen Embolus; das häufigste Beispiel ist die Lungenembolie. Atemnot und Brustschmerz gehören sofort in den Notruf. Die gerinnungshemmende Behandlung beginnt umgehend.

Embolus

Teilchen aus Gerinnsel, Fett oder Luft, das sich löst und mit dem Blut wandert. Verstopft es eine Arterie, entsteht eine Lungen-, Hirn- oder Nierenembolie. Vorbeugen heißt gerinnungshemmend behandeln, wo es angezeigt ist.

Endarteriektomie

Operation, die die Ablagerung aus einer verschlossenen Arterie schält, meist an der Halsschlagader. Sie stellt den Blutfluss wieder her und senkt das Schlaganfallrisiko. Der Klinikaufenthalt ist kurz, der Eingriff erfolgt in Vollnarkose oder regionaler Betäubung.

Enddiastolisches Volumen

Blutmenge, die sich unmittelbar vor der Kontraktion in einer Herzkammer befindet. Ein zu hoher Wert spricht für eine Erweiterung des Herzens, ein zu niedriger für Flüssigkeitsmangel.

Endokard

Dünne Haut, die das Innere der Herzhöhlen und der Klappen auskleidet. Eine Infektion dieser Schicht, die Endokarditis, zerstört Klappen und kann Emboli freisetzen. Gute Zahnpflege senkt dieses Risiko.

Endokarditis

Infektion der Herzinnenhaut oder der Klappen, oft durch Bakterien aus dem Mundraum. Fieber und ein neues Herzgeräusch sind typisch; behandelt wird mit langer Antibiotikagabe, manchmal mit einer Operation.

Endothel

Zellschicht, die die Innenseite aller Blutgefäße auskleidet. Sie bildet Stoffe, die Arterien weit stellen und Gerinnsel verhindern. Rauchen, Diabetes und hohes Cholesterin stören diese Funktion.

Entspannungsverfahren fürs Herz

Methoden wie tiefe Atmung, Herzkohärenz oder geführte Meditation. Sie senken Blutdruck und Herzfrequenz sanft. Zweimal zehn Minuten am Tag reichen bereits, um den Stress zu verringern.

Erholungszeit nach dem Herzinfarkt

Die Erholungszeit nach einem Infarkt hängt von der Schwere des Ereignisses, vom allgemeinen Gesundheitszustand und von der Qualität der Nachsorge ab. In der Regel beginnt die schrittweise Rückkehr in ein normales Leben 4 bis 12 Wochen nach der Entlassung, ärztlich begleitet. Nach drei Monaten ist man jedoch nicht geheilt: Die langfristige Gesundheit hängt stark von der Sekundärprävention ab, also davon, die Behandlung dauerhaft einzuhalten, sich zu bewegen, ausgewogen zu essen und nicht zu rauchen. Das Herz bleibt verletzlich, und die Aufmerksamkeit muss ein Leben lang bestehen bleiben.

Erinnerungen an die Medikamenteneinnahme

Hinweise per App, SMS oder leuchtender Dosierbox, damit keine Einnahme vergessen wird. Sie verbessern die Therapietreue und verhindern vermeidbare Klinikaufenthalte. Die Zeiten lassen sich an den eigenen Tagesablauf anpassen.

Ernährung nach dem Herzinfarkt

Salzarme, an gesättigten Fetten arme Kost mit viel Gemüse, Obst und fettem Seefisch. Sie stabilisiert Blutdruck, Cholesterin und Gewicht. Eine Ernährungsfachkraft hilft beim Umstellen.

Erregungsleitung

Der Weg, den der elektrische Impuls im Herzen nimmt, um jeden Schlag auszulösen. Verlangsamt oder blockiert sich dieses Netz, wird der Rhythmus zu langsam oder unregelmäßig. EKG oder Langzeit-EKG finden solche Störungen.

Erschöpfung nach dem Herzinfarkt

Häufige Müdigkeit in den Wochen nach dem Klinikaufenthalt, bedingt durch die Vernarbung des Herzmuskels und die Medikamente. Ruhe, Reha und ausgewogene Ernährung bringen die Kraft schneller zurück. Normalerweise lässt diese Erschöpfung nach ein bis drei Monaten nach.

Erythrozyten

Rote Blutkörperchen, die den Sauerstoff mithilfe des Hämoglobins transportieren. Ihre Zahl spiegelt, wie viel Sauerstoff das Blut befördern kann.

Extrasystolen

Zusätzliche Herzschläge, die sich wie ein Aussetzer oder ein Stolpern in der Brust anfühlen. Meist harmlos, gehören sie abgeklärt, wenn sie häufig werden oder mit Schwächeanfällen einhergehen. Manchmal genügt es, Kaffee oder Stress zu reduzieren.

F

Familiäre Hypercholesterinämie

Erbliche Störung, die das schlechte LDL-Cholesterin schon in jungen Jahren stark ansteigen lässt. Unbehandelt kann der Infarkt vor dem 40. Lebensjahr eintreten. Hoch dosierte Statine und manchmal eine LDL-Apherese sind nötig.

Familiäre Vorbelastung

Herzinfarkt oder plötzlicher Herztod, die bei einem nahen Angehörigen früh aufgetreten sind. Diese Veranlagung verdoppelt das eigene Risiko. Engere Kontrollen und konsequentere Vorbeugung sind dann angeraten.

Fibrate

Medikamente, die vor allem die Triglyzeride senken und das gute HDL-Cholesterin leicht anheben können. Sie ergänzen oder ersetzen Statine, wenn diese nicht ausreichen oder nicht vertragen werden. Die Leberwerte sollten kontrolliert werden.

Fibrin

Eiweiß, das ein festes Netz bildet und Blutzellen einfängt, sodass ein Gerinnsel eine Wunde verschließt. Für die normale Blutstillung unentbehrlich, doch zu viel Fibrin in einer Arterie führt zu Infarkt oder Schlaganfall.

Fibrinolyse

Natürlicher oder medikamentös ausgelöster Vorgang, der Fibrin abbaut und das Gerinnsel verkleinert. Der Körper aktiviert dieses System selbst, um einen Gefäßverschluss zu begrenzen; mit einer Lysetherapie lässt es sich beschleunigen.

Fibrinolytika

Medikamente wie t-PA oder Streptokinase, die das Fibrin eines frischen Gerinnsels auflösen. Sie kommen im Notfall zum Einsatz, wenn eine Aufdehnung nicht möglich ist.

Fibrinolytikum / Thrombolytikum

Medikament, das im Notfall ein frisches Gerinnsel auflöst, etwa beim ischämischen Schlaganfall oder beim STEMI. Es zerlegt Fibrin in lösliche Bruchstücke und stellt den Blutfluss wieder her. Es wirkt nur, wenn es sehr rasch nach den ersten Symptomen gegeben wird.

Framingham-Score

Rechenmodell, das Ihr Infarktrisiko für die nächsten zehn Jahre aus Alter, Geschlecht, Blutdruck, Cholesterin, Rauchen und Diabetes schätzt. Es hilft bei der Entscheidung, ob eine vorbeugende Behandlung beginnt.

G

Gefäßwand: Media

Die Media ist die mittlere Schicht der Arterienwand. Sie besteht überwiegend aus glatter Muskulatur und elastischen Fasern und kann damit den Durchmesser der Arterie regeln, also enger oder weiter stellen, und dem Blutdruck standhalten. Sie ist entscheidend für die Durchblutung und für die Regulierung des Blutdrucks.

Gehen und Herz-Kreislauf-Vorbeugung

30 Minuten zügiges Gehen an fünf Tagen der Woche genügen, um Blutdruck und schlechtes Cholesterin zu senken. Es lässt sich leicht in den Alltag einbauen und ist der empfohlene Einstieg. Schritte, die das Smartphone mitzählt, helfen beim Dranbleiben.

Gen

DNA-Abschnitt, der die Bauanleitung für ein Eiweiß enthält. Manche Gene begünstigen hohes Cholesterin oder Bluthochdruck und erklären das familiäre Risiko.

Generikum

Streng gleichwertige Kopie eines Originalmedikaments, verkauft unter dem Namen des Wirkstoffs. Wirkung und Sicherheit sind identisch, der Preis meist niedriger.

Gerinnungshemmer (Antikoagulanzien)

Medikamente, die das Blut dünner machen, damit kein Gerinnsel entsteht oder verschleppt wird. Bei Vorhofflimmern verhindern sie den Schlaganfall, bei mechanischen Klappen schützen sie das Implantat. Genaue Dosierung und Kontrollen halten das Blutungsrisiko klein.

Gesättigte Fette und Herzrisiko

Fette vor allem aus Wurst, Butter und fettem Käse, die das LDL-Cholesterin anheben. Wer sie begrenzt, verringert die Ablagerungen und schont die Arterien.

Gesundheitsbenachrichtigung

Nachricht auf Telefon oder Uhr, die an ein Medikament oder eine Trainingseinheit erinnert. Regelmäßige Hinweise verbessern die Therapietreue und die Beständigkeit beim Sport.

Gewebe-Plasminogen-Aktivator (t-PA)

Medikament, das im Notfall das Gerinnsel bei einem Herzinfarkt oder ischämischen Schlaganfall auflöst. Es wandelt ein Bluteiweiß (Plasminogen) in Plasmin um, das das Fibrin des Gerinnsels auflöst. Die Wirkung hängt davon ab, wie schnell gespritzt wird.

Glukose

Einfachzucker, der die Zellen mit Energie versorgt und im Blut zirkuliert. Zu viel Glukose schädigt die Arterien und treibt die Arterienverkalkung voran.

H

Hämatom (Bluterguss)

Blutansammlung unter der Haut oder in einem Organ nach einem Stoß oder einer Punktion. Meist bildet sie sich von selbst zurück; wächst sie oder schmerzt sie, gehört sie kontrolliert.

Hämoglobin

Farbstoff der roten Blutkörperchen, der den Sauerstoff bindet. Sinkt er, entstehen Müdigkeit, Blässe und Atemnot, also eine Blutarmut.

Hämostase (Blutstillung)

Die Kette von Reaktionen, die eine Blutung stoppt: Gefäßverengung, Verklumpung der Blutplättchen und Gerinnung. Antithrombotika greifen bewusst in diese Kaskade ein.

HDL (gutes Cholesterin)

Partikel, die überschüssiges Cholesterin aus den Arterien zur Leber zurückbringen, wo es ausgeschieden wird. Ein hoher HDL-Wert schützt vor dem Infarkt. Bewegung und pflanzliche Fette wie Olivenöl und Nüsse heben ihn.

Hemmstoffe (Inhibitoren)

Medikamente, die eine bestimmte biologische Reaktion blockieren, etwa an einem Rezeptor oder einem Enzym. In der Kardiologie senken sie den Blutdruck (ACE-Hemmer) oder bremsen Rhythmusstörungen (Kalziumantagonisten).

Heparin

Schnell wirksamer, injizierbarer Gerinnungshemmer, der die Bildung eines Gerinnsels verhindert. Eingesetzt zur Thrombosevorbeugung oder während einer Aufdehnung.

Herz-Lungen-Maschine (extrakorporale Zirkulation)

Gerät, das Kreislauf und Sauerstoffversorgung während bestimmter Herzoperationen übernimmt. Das Blut wird herausgeleitet, mit Sauerstoff angereichert und zurückgegeben, sodass die Chirurgin am stillstehenden Herzen arbeiten kann.

Herzbehandlungen

Sammelbegriff für Medikamente wie Statine, Betablocker und ACE-Hemmer, Kathetereingriffe wie Stent und Klappenimplantation sowie Operationen wie Bypass und Klappenersatz. Die Wahl richtet sich nach Diagnose, Schweregrad und Risikofaktoren. Regelmäßige Kontrollen passen die Therapie an und begrenzen die Nebenwirkungen.

Herzfrequenz

Zahl der Schläge pro Minute, beim Erwachsenen in Ruhe meist 60 bis 80. Sie steigt bei Anstrengung und Stress und sinkt im Schlaf. Ein regelmäßiger, nicht zu hoher Puls spricht für eine gute Herz-Kreislauf-Verfassung.

Herzfrequenzvariabilität

Die feinen Unterschiede im Abstand zwischen den Herzschlägen, ein Zeichen für eine gute nervliche Steuerung des Herzens. Eine niedrige Variabilität geht mit einem höheren Herz-Kreislauf-Risiko einher.

Herzgesunde Ernährung

Viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Fisch und Olivenöl auf dem Teller. Dieses Muster senkt das schlechte Cholesterin und die Entzündung im Körper. Zusammen mit Bewegung ist es die beste Vorbeugung gegen einen Infarkt.

Herzgruppe

Örtliche Gruppe unter ärztlicher Aufsicht, in der Herzpatientinnen und -patienten gemeinsam Ausdauer, Gymnastik und Ernährungswissen üben. Sie hält die Fortschritte nach der Reha am Leben. Die Krankenkasse übernimmt die Teilnahme meist auf Verordnung.

Herzinfarkt

Der Herzinfarkt entsteht durch den plötzlichen Verschluss eines Herzkranzgefäßes, wodurch ein Teil des Herzmuskels von der Sauerstoffzufuhr abgeschnitten wird. Der Brustschmerz hält länger als 20 Minuten an, oft mit Schweiß, Übelkeit oder Atemnot; rufen Sie sofort die 112, damit das Gefäß wieder geöffnet wird und der Schaden begrenzt bleibt. Eine Dauertherapie aus ASS, Statin, Betablocker und ACE-Hemmer senkt zusammen mit Rauchstopp, Bewegung und ausgewogener Ernährung das Rückfallrisiko deutlich.

Herzkammer (Ventrikel)

Untere Höhle des Herzens: Die linke pumpt das sauerstoffreiche Blut in die Aorta, die rechte schickt es zur Lunge. Eine geschwächte Kammer führt zur Herzschwäche mit Erschöpfung und Wassereinlagerungen.

Herzklappenerkrankung

Sammelbegriff für Verengung (Stenose) und Undichtigkeit (Insuffizienz) einer Klappe. Sie führt zu einem Herzgeräusch, Erschöpfung und mitunter zu Wasser in der Lunge.

Herzkranzgefäße (Koronararterien)

Arterien, die das Herz wie eine Krone umschließen und es mit Sauerstoff versorgen. Verschließen sie sich, leidet der Herzmuskel: Angina pectoris oder Infarkt. Schützen lassen sie sich durch die Lebensweise und, wo nötig, eine Behandlung.

Herzmuskelkrampf

Anschauliches Bild für den Angina-Schmerz: Der Herzmuskel krampft, weil ihm Sauerstoff fehlt. Er zeigt eine vorübergehende Minderdurchblutung an.

Herzrhythmusstörung

Das Herz schlägt zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig. Die Beschwerden reichen von Herzstolpern bis zur Ohnmacht. EKG und manchmal ein Langzeit-EKG klären die Ursache.

Herzschrittmacher

Kleines Gerät unter dem Schlüsselbein, das einen elektrischen Impuls abgibt, wenn das Herz zu langsam schlägt. Es beseitigt Schwindel und Ohnmachten und gibt ein normales, aktives Leben zurück. Kontrolliert wird alle 6 bis 12 Monate.

Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Das Herz pumpt nicht mehr genug, um den Bedarf des Körpers zu decken. Typische Beschwerden sind Atemnot, geschwollene Knöchel und Erschöpfung. Diuretika, ACE-Hemmer und Betablocker lindern sie und verlängern das Leben.

Herztransplantation

Ersatz eines versagenden Herzens durch ein Spenderherz. Sie verbessert das Überleben erheblich, erfordert aber lebenslang Immunsuppressiva.

Herzuntersuchungen

Tests, die Struktur und Funktion des Herzens beurteilen: EKG, Echokardiographie, Belastungstest, CT, MRT oder Herzkatheter. Die Ärztin wählt nach Beschwerden und Vorgeschichte aus. Die meisten sind schmerzfrei und dauern unter einer Stunde.

Herzvorsorge

Alles, was die erste oder eine erneute Herzerkrankung verhindert: mit dem Rauchen aufhören, 150 Minuten pro Woche bewegen, ausgewogen essen, Blutdruck, Diabetes und Cholesterin kontrollieren. Regelmäßige Untersuchungen finden Risikofaktoren früh. Wer das befolgt, verhindert mindestens die Hälfte der vermeidbaren Infarkte.

Herzzeitvolumen

Blutmenge, die das Herz pro Minute pumpt, beim Erwachsenen in Ruhe etwa fünf Liter. Sinkt sie, bekommen die Organe zu wenig Sauerstoff, was Müdigkeit und Atemnot auslöst. Medikamente oder Unterstützungssysteme können sie anheben.

His-Bündel

Faserstrang, der den elektrischen Impuls von den Vorhöfen zu den Kammern leitet. Ist er vollständig blockiert, ist meist ein Herzschrittmacher nötig.

Hochsensitives Troponin

Bluttest, der schon sehr kleine Schäden am Herzen erfasst. Ein erhöhter Wert bestätigt auch einen minimalen Infarkt.

Hohlvene (Vena cava)

Die Hohlvene ist ein großes Gefäß, das sauerstoffarmes Blut zurück zum Herzen führt, genauer in den rechten Vorhof. Es gibt zwei davon. Die obere Hohlvene sammelt das Blut aus Kopf, Hals und Armen. Die untere Hohlvene bringt das Blut aus der unteren Körperhälfte. Beide sind für den Kreislauf unverzichtbar, weil sie das Blut auf den Weg zur Lunge bringen, wo es wieder mit Sauerstoff beladen wird.

Hyperlipidämie

Insgesamt zu viel Fett im Blut, sowohl Cholesterin als auch Triglyzeride. Sie beschleunigt die Arterienverkalkung. Ernährung, Bewegung und fettsenkende Medikamente korrigieren sie.

Hyperlipoproteinämie

Überschuss an Lipoproteinen wie LDL und VLDL im Blut. Er steigert das Risiko für Ablagerungen erheblich; Statine und Diät sind angezeigt.

Hyperoxie / Hypoxie

Zu hoher Sauerstoffgehalt im Blut (Hyperoxie) oder zu niedriger (Hypoxie). Chronische Hypoxie zehrt am Herzen, Hyperoxie kann den Atemantrieb dämpfen.

Hypertriglyzeridämie

Triglyzeridwert über 150 mg/dl. Er erhöht das Risiko für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Weniger schnelle Zucker und weniger Alkohol, bei Bedarf Fibrate, bringen ihn zurück in den Normbereich.

Hypertrophe Kardiomyopathie

Krankhafte Verdickung des Herzmuskels, die den Blutfluss behindert. Sie verursacht Atemnot und birgt das Risiko des plötzlichen Herztods; je nach Schwere helfen Medikamente, eine septale Ablation oder ein implantierter Defibrillator.

Hypovolämie

Verringertes Blutvolumen, meist durch Flüssigkeitsmangel oder eine Blutung. Sie verursacht niedrigen Blutdruck, Durst und mitunter einen Schock. Flüssigkeitszufuhr oder eine Transfusion stellen den Druck wieder her.

I

Immunsuppressiva

Medikamente, die die Immunabwehr dämpfen, um eine Abstoßung nach Transplantation zu verhindern oder eine Autoimmunkrankheit zu behandeln. Sie erhöhen das Infektionsrisiko und erfordern regelmäßige Laborkontrollen.

Implantierbarer Defibrillator (ICD)

Kleines Gerät unter der Haut, das den Herzrhythmus ununterbrochen überwacht. Erkennt es eine gefährliche Rhythmusstörung, gibt es einen Schock ab und stellt den normalen Schlag wieder her. Es kommt bei bestimmten Formen der Herzschwäche und nach überlebtem Herzstillstand infrage.

Implantierbarer Ereignisrekorder

Winziger Rekorder unter der Haut, der den Herzrhythmus bis zu drei Jahre lang überwacht. Nützlich bei ungeklärten Ohnmachtsanfällen.

Implantierbarer Herzmonitor

Anderes Wort für den implantierbaren Ereignisrekorder; er zeichnet seltene oder sehr kurze Rhythmusstörungen auf. Die Daten werden per Fernübertragung an die Praxis gemeldet.

Insulin

Hormon der Bauchspeicheldrüse, das die Glukose in die Zellen schleust und so den Blutzucker senkt. Menschen mit Typ-1-Diabetes brauchen es lebenslang; bei Typ 2 kommt es dazu, wenn Tabletten nicht mehr reichen.

International Normalized Ratio (INR)

Blutwert, der die Wirkung oraler Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ misst. Ein Zielbereich zwischen 2 und 3 schützt vor Gerinnseln, ohne übermäßige Blutungen auszulösen. Die Dosis wird anhand dieses Werts angepasst.

Intima

Innerste Schicht einer Arterie, in der die Ablagerung ihren Anfang nimmt. Eine gesunde Intima ist glatt; Rauchen und hohes LDL-Cholesterin schädigen sie.

K

Kalziumantagonisten

Medikamente, die die Gefäßmuskulatur entspannen und den Herzschlag verlangsamen. Eingesetzt bei Bluthochdruck, Angina pectoris und bestimmten Rhythmusstörungen.

Kammerflimmern

Ungeordnete Kontraktionen der Herzkammern, die sofort zum Herzstillstand führen. Behandelt wird mit einem externen Elektroschock oder einem implantierten Defibrillator.

Kapillaren

Winzige Gefäße, dünner als ein Haar, in denen Sauerstoff, Nährstoffe und Abfallstoffe zwischen Blut und Gewebe getauscht werden. Wie gut sie arbeiten, hängt von gut eingestelltem Blutdruck und Blutzucker ab.

Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT)

Besonderer Schrittmacher, der beide Herzkammern koordiniert ansteuert, wenn sie nicht mehr im Gleichtakt schlagen. Er verbessert die Pumpleistung und lindert die Beschwerden bei schwerer Herzschwäche. Der Nutzen zeigt sich nach drei bis sechs Monaten.

Kardio-CT (Koronar-CT)

Das Kardio-CT ist ein bildgebendes Verfahren, das mit Röntgenstrahlen die Herzkranzgefäße darstellt, also die Gefäße, die das Herz mit Blut versorgen. Damit lassen sich Cholesterinablagerungen erkennen, der Kalkgehalt der Herzkranzgefäße messen und Engstellen aufspüren, die hinter einer Angina pectoris oder einem Infarkt stecken.

Kardio-MRT

Magnetresonanztomographie, die Anatomie, Durchblutung und Narben des Herzens ohne Röntgenstrahlen zeigt. Die Referenzuntersuchung bei Kardiomyopathien.

Kardiologische Intensivstation

Klinikbereich für kardiale Notfälle: Infarkt, schwere Rhythmusstörungen, kardiogener Schock. Die Patientinnen und Patienten sind rund um die Uhr an Rhythmus- und Blutdruckmonitore angeschlossen, mit ständig verfügbarem Team.

Kardiologische Kurzliegerstation

Beobachtungsstation für weniger als 24 Stunden bei Brustschmerz, Schwäche oder Herzklopfen; sie erlaubt die rasche Entscheidung zwischen Aufnahme und Entlassung.

Kardiologische Rehabilitation

Begleitetes Programm von meist drei Monaten, das nach Infarkt, Operation oder Aufdehnung beginnt. Es verbindet überwachtes Training, Ernährungsschulung und psychologische Unterstützung, damit Vertrauen und Belastbarkeit zurückkehren. Wer teilnimmt, senkt das Risiko eines erneuten Herzereignisses um 20 bis 30 Prozent.

Kardiologische Sprechstunde

Termin bei der Kardiologin mit Gespräch, körperlicher Untersuchung und meist einem EKG. Sie dient der Diagnose, der Therapiekontrolle oder der Vorbereitung weiterer Untersuchungen. Bringen Sie Ihre Medikamentenliste und Vorbefunde mit.

Kardiologische Videosprechstunde

Videotermin für die regelmäßige Kontrolle, eine Zweitmeinung oder die Besprechung von Befunden aus der Ferne. Nötig sind nur ein Smartphone oder Rechner mit Kamera und eine stabile Verbindung. Sie ergänzt die Besuche in der Praxis, ersetzt sie aber nicht.

Kardiometabolisch

Begriff, der Herz und Stoffwechsel verbindet: Übergewicht, Diabetes und Cholesterin schädigen die Arterien. Blutzucker, BMI und Blutdruck im Griff zu haben, beugt Infarkt und Schlaganfall vor.

Kardiomyopathie

Erkrankung des Herzmuskels; er kann erweitert, verdickt oder steif sein. Die Beschwerden reichen von Müdigkeit bis zur schweren Herzschwäche. Medikamente, manchmal ein Defibrillator oder eine Transplantation verbessern die Prognose.

Kardiomyozyt

Muskelzelle des Herzens, verantwortlich für die Kontraktionen, die das Blut weiterschieben. Sie braucht ununterbrochen Sauerstoff; verschließt sich eine Arterie, stirbt sie ab. Deshalb zählt beim Infarkt jede Minute.

Kardioonkologie

Fachgebiet, das die Herzwirkungen von Chemo- und Immuntherapien überwacht und behandelt. So lässt sich die Krebsbehandlung fortführen, ohne das Herz-Kreislauf-System zu gefährden.

Kardiovaskuläre Risikofaktoren

Gewohnheiten oder Erkrankungen, die Infarkt und Schlaganfall wahrscheinlicher machen: Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, Cholesterin, Übergewicht, Bewegungsmangel. Je mehr davon zusammenkommen, desto steiler steigt das Risiko. Sie zu korrigieren senkt die Ereignisse deutlich.

Katecholamine

Hormonfamilie aus Adrenalin und Noradrenalin, die bei Stress oder Anstrengung Herzschlag und Blutdruck hochtreibt. Dauerhaft zu viel davon erschöpft den Herzmuskel; genau deshalb zählt Stressbewältigung.

Katheter

Dünnes Röhrchen, das in eine Vene oder Arterie geschoben wird, um Kontrastmittel zu spritzen, Drücke zu messen oder einen Stent zu setzen. Der Eingriff läuft in örtlicher Betäubung unter laufender Überwachung.

Katheterablation

Eingriff, bei dem über einen Katheter die Stelle im Herzen verödet wird, die die Rhythmusstörung auslöst. Eine gezielte Tachykardie oder ein Vorhofflimmern ist danach oft dauerhaft beseitigt.

Klappeninsuffizienz

Eine Klappe schließt nicht mehr dicht, sodass Blut zurückfließt. Beim Abhören fällt ein Geräusch auf, dazu kommen Müdigkeit und Atemnot; bei schwerer Form wird repariert oder ersetzt.

Kognitive Verhaltenstherapie nach dem Herzinfarkt

Nach einem Infarkt sind Angst, Niedergeschlagenheit, die Furcht vor einem Rückfall und ein Verlust an Selbstvertrauen häufig. Die kognitive Verhaltenstherapie hilft dabei, die Kontrolle über Gedanken und Gefühle zurückzugewinnen, Stress abzubauen und wieder ins Gleichgewicht zu finden. Sie besteht aus strukturierten Sitzungen bei einer Psychologin oder einem Psychiater. Man lernt, negative oder unrealistische Gedanken zu erkennen, sie durch treffendere zu ersetzen und Verhaltensweisen aufzubauen, mit denen sich Ängste überwinden, Bewegung wieder aufnehmen und ein ruhiger Lebensrhythmus finden lässt.

Kollateralkreislauf

Kleine Gefäße, die sich rund um eine verschlossene Arterie bilden und das Gewebe trotzdem versorgen. Regelmäßige Bewegung fördert diese Umgehungsdurchblutung.

Koronarangiographie (Herzkatheter)

Untersuchung, bei der jodhaltiges Kontrastmittel in die Herzarterien gespritzt wird, um Engstellen sichtbar zu machen. Sie läuft in örtlicher Betäubung und dauert etwa 20 Minuten. Ist ein Gefäß verschlossen, kann gleich ein Stent gesetzt werden.

Koronare Herzkrankheit (KHK)

Sammelbegriff für die Erkrankung der Herzkranzgefäße, von der Angina pectoris bis zum Infarkt. Ursache sind die Ablagerungen und die bekannten Risikofaktoren.

Koronarer Kalk-Score

Messwert aus dem Kardio-CT, der die Kalkmenge in den Herzkranzgefäßen angibt. Ein hoher Wert zeigt eine fortgeschrittene Arterienverkalkung an und verlangt eine konsequentere Behandlung. Die Untersuchung braucht weder Spritze noch Belastung.

Koronarreserve

Fähigkeit der Herzkranzgefäße, den Blutfluss bei Belastung zu steigern. Eine niedrige Reserve weist auf ein Risiko für Sauerstoffmangel hin.

Koronarspasmus

Plötzliches Verkrampfen einer Herzarterie, das den Blutfluss abrupt drosselt. Es verursacht einen Schmerz wie bei Angina pectoris, oft nachts oder beim Aufwachen. Nitrate und Kalziumantagonisten beugen diesen Anfällen vor.

Körpereigene Katecholamine

Adrenalin und Noradrenalin, die bei Stress freigesetzt werden; sie beschleunigen Herz und Blutdruck. Chronischer Überschuss verschleißt das Herz-Kreislauf-System.

Krafttraining nach dem Herzinfarkt

Sanfte Übungen mit Elastikbändern oder leichten Hanteln, die Arme und Beine kräftigen. Zwei Einheiten pro Woche genügen, um Kraft aufzubauen, ohne das Herz zu überlasten. Wichtig ist, beim Anspannen weiterzuatmen und die Luft nicht anzuhalten.

Krampfadern

Erweiterte, geschlängelte oberflächliche Beinvenen mit undichten Venenklappen. Sie verursachen schwere Beine und ein Thromboserisiko; Kompressionsstrümpfe oder eine Behandlung von innen kommen infrage.

Krebs und Herzgesundheit

Manche Chemo- und Strahlentherapien schwächen den Herzmuskel oder begünstigen Gerinnsel. Vor, während und nach der Krebsbehandlung werden deshalb EKG und Herzultraschall geplant. Angepasste Bewegung mildert diese Nebenwirkungen.

Kreislaufkollaps

Plötzlicher Blutdruckabfall mit Schwindel, Schweiß und manchmal Bewusstlosigkeit. Ein Notfall: die Person flach hinlegen und die 112 rufen.

Kunstherz

Mechanische Pumpe, die ganz oder teilweise ein zu schwaches Herz ersetzt. Sie hält den Kreislauf bis zur Transplantation aufrecht, in manchen Fällen auf Dauer. Batterie und Steuergerät trägt der Patient außen am Körper.

Künstliche Intelligenz in der Medizin

Algorithmen, die große Mengen medizinischer Daten auswerten und bei Diagnose und Verlaufskontrolle helfen. Eine Software kann etwa eine Auffälligkeit im EKG erkennen oder ein Infarktrisiko abschätzen. Die KI unterstützt die Ärztin, ersetzt ihr Urteil aber nicht.

Künstliches Herz-Lungen-System

Gerät im Operationssaal, das die Arbeit von Herz und Lunge vorübergehend übernimmt. Es saugt das Blut an, reichert es mit Sauerstoff an und gibt es zurück, sodass am stillstehenden Herzen operiert werden kann. Ohne dieses Gerät wären manche Herzoperationen unmöglich.

L

Langes QT-Intervall

Verlängerte elektrische Strecke im EKG, die zu Torsade-de-pointes-Rhythmusstörungen und plötzlichem Herztod führen kann. Medikamente und Elektrolyte gehören dann besonders im Blick behalten.

Langjähriges Rauchen

Regelmäßiger Tabakkonsum, die wichtigste vermeidbare Ursache für Infarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen der Beine. Rauchen verengt die Arterien, hebt den Druck und macht das Blut gerinnungsfreudiger. Ein vollständiger Rauchstopp senkt das Risiko schon in den ersten Wochen.

Langzeit-Blutdruckmessung

Automatische Manschette, die den Blutdruck über 24 Stunden alle 20 Minuten misst. Sie bestätigt oder widerlegt einen in der Praxis gemessenen Hochdruck (Weißkitteleffekt) und prüft, ob die Behandlung wirkt. Die Werte helfen bei der Dosisanpassung.

Langzeit-EKG (Holter)

Leichtes Gerät, das den Herzrhythmus über 24 bis 48 Stunden aufzeichnet. Es findet flüchtige Rhythmusstörungen, die ein Moment-EKG nicht zeigt. Wer seine Beschwerden notiert, kann sie später der Kurve zuordnen.

LDL (schlechtes Cholesterin)

Partikel, die das Cholesterin zu den Organen bringen und es dabei in den Arterien ablagern können. Je höher der Wert, desto größer das Infarktrisiko. Statine und ausgewogene Ernährung senken ihn.

Lebenserwartung nach dem Herzinfarkt

Die Jahre, die nach einem ersten Infarkt statistisch zu erwarten sind. Sie steigen deutlich mit Rauchstopp, passender Medikation und kardiologischer Reha. Regelmäßige Kontrollen fangen jeden neuen Risikofaktor früh ab.

Lebensmittel, die nach einem Herzinfarkt zu meiden sind

Wurstwaren, Frittiertes, Industriegebäck und stark gesalzene Fertiggerichte belasten das Herz und schädigen die Arterien. Wer sie einschränkt, bekommt Blutdruck und Cholesterin leichter in den Griff. Selbst gekocht, fettärmer und salzärmer, ist die bessere Wahl.

Leukozyten

Weiße Blutkörperchen, die den Körper gegen Infektionen verteidigen. Ein Anstieg kann auf eine Entzündung oder Infektion hinweisen, ein Abfall macht anfällig. Manche Krebstherapien senken ihre Zahl, deshalb wird sie regelmäßig kontrolliert.

Lipide (Blutfette)

Oberbegriff für Fette und fettähnliche Stoffe wie Cholesterin und Triglyzeride. Lipide sind für Hormone und Zellmembranen unverzichtbar. Zu viel davon im Blut begünstigt allerdings die Ablagerungen.

Lipoprotein (a)

Genetisch bestimmtes Blutfett, stark gefäßschädigend und durch Ernährung kaum beeinflussbar. Eine Bestimmung ist empfohlen, wenn in der Familie früh Infarkte aufgetreten sind.

Lipoproteine

Winzige Transportpakete aus Fetten und Eiweißen, die die Blutfette durch den Körper bringen. HDL holt Cholesterin aus den Arterien heraus, LDL lagert es dort ab. Das Gleichgewicht zwischen beiden entscheidet über die Gefäßgesundheit.

Lungenarterie

Führt das sauerstoffarme Blut vom rechten Herzen zur Lunge. Eine Lungenembolie verschließt sie teilweise oder ganz; das ist ein Notfall.

M

Maximale Herzfrequenz

Näherungswert aus 220 minus Lebensalter; er dient als Anhalt für die Trainingsintensität. Beim Herztraining gilt die Empfehlung, ohne ärztliche Freigabe unter 70 Prozent dieses Werts zu bleiben.

Maximaler Belastungstest

Der maximale Belastungstest ist eine Untersuchung unter ärztlicher Aufsicht, die die Herzfunktion bei intensiver körperlicher Anstrengung beurteilt. Sie deckt mögliche Auffälligkeiten auf, misst die Ausdauer und hilft dabei, die Nachsorge oder die kardiologische Reha zuzuschneiden.

Medikamentenkontrolle nach dem Herzinfarkt

Regelmäßige Prüfung der Verträglichkeit im Blut und der Wirksamkeit der Medikamente an Blutdruck und Cholesterin. Die Dosis wird in der Sprechstunde oder aus der Ferne angepasst. Diese Kontrolle senkt das Risiko eines zweiten Infarkts.

Medizinische Fernbetreuung

Die medizinische Fernbetreuung erlaubt es einem Behandlungsteam, den Gesundheitszustand eines Patienten mit digitalen Werkzeugen aus der Ferne zu verfolgen. Nach einem Infarkt lassen sich Blutdruck, Puls, Gewicht und Beschwerden von zu Hause aus übermitteln, ohne für jede Kontrolle anzureisen. Das erhöht die Sicherheit, verbessert die Therapietreue und ermöglicht eine schnelle Reaktion im Alarmfall. Der Kontakt zur Ärztin oder zur Pflegekraft bleibt regelmäßig bestehen, was Vertrauen und Selbstständigkeit stärkt. Die Fernbetreuung ist heute ein fester Bestandteil der kardiologischen Versorgung.

Metabolisches Syndrom

Das metabolische Syndrom ist ein Bündel von Faktoren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes erhöhen. Es wird festgestellt, wenn mehrere Auffälligkeiten gleichzeitig bestehen: ein großer Bauchumfang, ein zu hoher Blutzucker, Bluthochdruck, erhöhte Triglyzeride und ein niedriges gutes Cholesterin. Dieses Bündel fördert Entzündung und beschleunigt die Schädigung der Arterien. Ursache sind meist unausgewogene Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht. Mit einer angepassten Lebensweise lässt sich die Entwicklung umkehren und das Herz schützen.

Mittelmeerküche

Traditionelle Küche der südeuropäischen Länder: Olivenöl, Fisch, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und wenig rotes Fleisch. Sie senkt die Entzündung und das Infarktrisiko um fast 30 Prozent. Dank vielfältiger Rezepte lässt sie sich gut durchhalten.

Mittlerer arterieller Druck (MAP)

Mittelwert, der die Organe durchblutet, näherungsweise berechnet als (oberer Wert + 2 × unterer Wert) geteilt durch 3. Auf der Intensivstation gilt ein Zielwert ab 65 mm Hg als ausreichend für die Durchblutung.

Motivation der Patientinnen und Patienten

Die Energie und der Wille, mit denen jemand Behandlung und Lebensstil verfolgt. Realistische Ziele, regelmäßige Rückmeldung und Rückhalt in der Familie stärken sie. Gute Motivation verbessert die Ergebnisse dauerhaft.

Myokardfibrose

Umbau von Herzmuskel in starres Bindegewebe nach Sauerstoffmangel oder Entzündung. Das Herz verliert an Elastizität, was eine Herzschwäche begünstigt.

Myokardinfarkt

Plötzlicher Verschluss einer Herzarterie, der einen Teil des Muskels von der Sauerstoffzufuhr abschneidet; der Schmerz hält über 20 Minuten an, oft mit Schweiß oder Übelkeit. Rufen Sie sofort die 112, damit das Gefäß aufgedehnt und die Folgeschäden begrenzt werden. Eine Dauerbehandlung mit ASS, Betablocker und Statin sowie ein veränderter Lebensstil beugen dem nächsten vor.

Myokarditis

Entzündung des Herzmuskels, häufig durch Viren ausgelöst. Sie verursacht Schmerzen, Erschöpfung und Rhythmusstörungen; nötig sind konsequente Schonung und eine entzündungshemmende Behandlung.

Myokardszintigraphie

Funktionelle Bildgebung speziell für das Herz; sie zeigt, welche Muskelbereiche unter Belastung oder in Ruhe weniger Blut bekommen. So lässt sich die Schwere einer Angina oder der Erfolg eines Bypasses beurteilen. Der Patient geht dafür auf dem Laufband oder erhält ein Medikament, das das Herz beschleunigt.

N

Nahrungsergänzung fürs Herz

Präparate wie Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 oder Phytosterine, die die Herzgesundheit unterstützen sollen. Sie ersetzen keine verordnete Behandlung, können aber Triglyzeride oder Erschöpfung leicht senken. Vor der Einnahme immer ärztlich abklären.

Nicht-invasive Beatmung

Atemunterstützung über eine Maske, die Luft mit Überdruck zuführt, ohne dass ein Beatmungsschlauch gelegt wird. Sie hilft beim Lungenödem und bei der akuten Verschlechterung einer COPD.

Niedermolekulares Heparin

Fraktioniertes Heparin mit gleichmäßigerer Wirkung, das unter die Haut gespritzt wird. Es braucht weniger Blutkontrollen als klassisches Heparin.

Niedriger Blutdruck

Zu niedrige Blutdruckwerte, die Schwindel oder Müdigkeit auslösen können. Bei jungen Menschen meist harmlos, gehört er abgeklärt, wenn er wiederholt zu Schwächeanfällen führt. Mehr trinken und langsam aufstehen genügt oft.

Nierenschwäche und Herz

Schlecht durchblutete oder geschädigte Nieren halten Salz und Wasser zurück, was Blutdruck und Herzarbeit steigert. Nephrologische Betreuung und ein streng eingestellter Blutdruck schützen beide Organe.

Nitroglycerin

Spray oder Zergehtablette unter der Zunge, die die Herzarterien rasch weitet und den Angina-Schmerz lindert. Hält der Schmerz nach zwei Gaben im Abstand von fünf Minuten an, rufen Sie die 112.

Noradrenalin

Katecholamin, das Blutdruck und Herzfrequenz anhebt; auf der Intensivstation wird es als Kreislaufmittel infundiert. In hoher Dosis kann es die Durchblutung der Körperperipherie drosseln.

O

Offene Herzoperation

Eingriff, bei dem die Chirurgin die Herzhöhlen öffnet, um eine Klappe zu reparieren oder ein Loch zu schließen. Währenddessen übernimmt eine Herz-Lungen-Maschine Kreislauf und Sauerstoff. Die Erholung dauert meist ein bis drei Wochen.

Offenes Foramen ovale

Kleine Öffnung zwischen den Vorhöfen, die bei etwa einem Viertel der Erwachsenen nach der Geburt offen bleibt. Meist ohne Beschwerden, kann sie ein Gerinnsel ins Gehirn durchlassen und einen Schlaganfall auslösen. Nach einem ungeklärten Schlaganfall wird der Katheterverschluss erwogen.

Orthostatische Hypotonie

Abfall des oberen Blutdruckwerts um mindestens 20 mm Hg beim Aufstehen, manchmal mit Schwarzwerden vor den Augen. Häufig bei älteren Menschen und unter Entwässerungsmitteln. Langsam aufstehen und Kompressionsstrümpfe beugen vor.

P

Perikarditis

Entzündung des Herzbeutels; der Brustschmerz bessert sich im Sitzen, manchmal kommt Fieber dazu. Behandelt wird mit entzündungshemmenden Mitteln und Schonung.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Schlechte Durchblutung der Beine durch verschlossene Arterien, mit Schmerz beim Gehen (Schaufensterkrankheit). Rauchstopp und tägliches Gehtraining sind die Basisbehandlung.

Perkutane Valvuloplastie

Die perkutane Valvuloplastie weitet eine verengte Herzklappe, meist die Mitral- oder Aortenklappe, mit einem Ballon, der über einen Katheter eingeführt wird, in der Regel über die Leistenarterie. Der Brustkorb bleibt dabei geschlossen, daher der Zusatz perkutan. Angeboten wird sie vor allem gebrechlichen oder alten Menschen, denen eine offene Operation zu viel abverlangen würde. Sie lindert Beschwerden wie Atemnot und Erschöpfung, verbessert die Lebensqualität und verschiebt mitunter einen größeren Eingriff. Der Eingriff ist kurz, die Erholung meist schneller als nach einer klassischen Operation.

Plättchenhemmer

Anderes Wort für Thrombozytenaggregationshemmer; sie wirken gezielt auf die Blutplättchen. Nach einem frischen Stent werden oft zwei Wirkstoffe kombiniert (duale Plättchenhemmung).

Präsynkope (Schwächeanfall)

Kurzer Schwindelanfall mit dem Gefühl, dass sich alles dreht, ohne längere Bewusstlosigkeit. Oft steckt Erschöpfung, Hitze oder ein kurzer Blutdruckabfall dahinter. Sich mit hochgelegten Beinen hinzulegen und ein Glas Wasser zu trinken genügt meist.

Protamin

Gegenmittel, das über die Vene gegeben die Heparinwirkung bei einer Blutung sofort aufhebt. Die Dosis richtet sich nach der Menge des verabreichten Heparins.

Psychologische Begleitung nach dem Herzinfarkt

Psychologinnen und Psychiater helfen gegen die Angst und die nach einem Infarkt häufige Depression. Die Begleitung verbessert Schlaf, Therapietreue und Lebensqualität. Angeboten werden meist kognitive Verhaltenstherapie oder Achtsamkeitsübungen.

Psychologische Unterstützung nach dem Herzinfarkt

Gespräche mit einer Fachperson, um Angst, Traurigkeit und Stress nach dem Ereignis zu bewältigen. Sie verbessern Schlaf, Bewegungsmotivation und Medikamententreue. Es gibt sie auch als Gruppen- oder Online-Angebot.

Q

Quick-Wert

Laborwert, der umgekehrt zum INR die Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten überwacht. Ein zu niedriger Wert bedeutet Blutungsgefahr, ein zu hoher Gerinnselgefahr.

R

Radfahren nach dem Herzinfarkt

Sanfte Ausdauerbewegung, die sich über die Gänge fein dosieren lässt; beginnen Sie auf flachem Gelände mit 15 Minuten täglich. Helm und Pulsuhr erhöhen die Sicherheit. Die Strecke wird nach und nach länger, immer mit Blick auf die Herzfrequenz.

Renin-Angiotensin-Aldosteron-System

Hormonkette, die Blutdruck und Blutvolumen reguliert. ACE-Hemmer, Sartane und Aldosteronantagonisten greifen gezielt hier an.

Rheumatoide Arthritis und Herzrisiko

Entzündliche Gelenkerkrankung, die das Infarktrisiko um rund die Hälfte erhöht. Die dauerhafte Entzündung beschleunigt die Plaquebildung in den Arterien. Früh behandeln und die Risikofaktoren im Blick behalten begrenzt die Gefahr.

Rhythmusstörung

Eine Herzrhythmusstörung ist eine Abweichung in der Frequenz oder der Regelmäßigkeit des Herzschlags. Sie äußert sich in Herzklopfen, Schwindel, plötzlicher Erschöpfung oder Schwächeanfällen. Manche Rhythmusstörungen sind harmlos, andere ernst, besonders wenn sie das Risiko für Schlaganfall oder Herzstillstand erhöhen. Die Diagnose stützt sich auf ein EKG, behandelt wird mit Medikamenten, einem Herzschrittmacher oder einer Ablation. Eine passende Behandlung stabilisiert den Rhythmus und beugt Komplikationen vor.

Rückfallrisiko nach dem Herzinfarkt

Wahrscheinlichkeit eines erneuten Infarkts nach dem ersten Ereignis. Sie sinkt deutlich, wenn die Behandlung eingehalten, das Rauchen aufgegeben und regelmäßig trainiert wird. Kontrolltermine erkennen Anzeichen früh.

Rückkehr in den Alltag

Wiederaufnahme der täglichen Dinge wie Einkaufen, Hobbys und Ausgehen, sobald die Ärztin zustimmt. Schritt für Schritt: erst Gehen, dann leichter Sport, zuletzt längere Wege. Auf den Körper zu hören und Pausen einzuhalten macht die Rückkehr dauerhaft.

Rückkehr in den Beruf nach dem Herzinfarkt

Die Rückkehr ist je nach Schwere und Art der Tätigkeit meist 6 bis 12 Wochen nach dem Ereignis möglich. Ein Gespräch mit der Betriebsärztin passt Arbeitszeiten und Aufgaben an. Eine stufenweise Wiedereingliederung erleichtert den Übergang.

S

Salzarme Ernährung

Ziel sind weniger als 6 g Salz pro Tag, also etwa ein Teelöffel. Das hilft, den Blutdruck zu kontrollieren und Wassereinlagerungen bei Herzschwäche zu verringern. Etiketten lesen und selbst kochen sind dabei die wirksamsten Mittel.

Sauerstoffsättigung (SpO₂)

Anteil des Hämoglobins, der mit Sauerstoff beladen ist, gemessen am Finger. Bei gesunden Menschen sollte er in Ruhe bei 95 Prozent oder darüber liegen.

Schenkelblock

Verzögerte Weiterleitung des elektrischen Impulses in einem Leitungsschenkel des Herzens, rechts oder links. Er kann harmlos sein oder auf eine Herzerkrankung hinweisen; das EKG zeigt ihn. Die Kardiologin entscheidet, ob Kontrolle genügt oder behandelt wird.

Scherkräfte

Zug, den der Blutstrom auf das Endothel ausübt. Turbulenter Fluss begünstigt Ablagerungen, gleichmäßiger Fluss schützt die Gefäßwand.

Schilddrüsenunterfunktion und Herz

Eine zu träge Schilddrüse verlangsamt den Puls, hebt das Cholesterin und kann den unteren Blutdruckwert leicht anheben. Die Behandlung mit Schilddrüsenhormonen normalisiert den Herzschlag und bessert die Blutfette.

Schlafstörungen nach dem Herzinfarkt

Nach einem Infarkt leiden viele Menschen unter Ein- und Durchschlafstörungen, oft ausgelöst von Angst, Schmerzen oder der Wirkung der Betablocker. Eine ruhige Umgebung, Entspannungsübungen und feste Zubettgehzeiten helfen, die Schlafqualität zurückzugewinnen. Guter Schlaf trägt die Erholung und nimmt Druck vom Herzen. Hält die Erschöpfung trotzdem an, sollte das in der Sprechstunde zur Sprache kommen, damit die Behandlung angepasst wird.

Schlaganfall

Plötzlicher Ausfall der Durchblutung oder eine Blutung im Gehirn, mit Lähmung, Sprach- oder Sehstörungen. Je schneller die 112 gerufen wird, desto weniger bleibt zurück. Vorbeugen heißt Blutdruck, Blutzucker und Rauchen im Griff behalten.

Schlaganfallrisiko

Wahrscheinlichkeit, in den kommenden Jahren einen Schlaganfall zu erleiden. Sie steigt mit Bluthochdruck, Alter, Rauchen, Vorhofflimmern und Diabetes. Diese Faktoren zu korrigieren und die Medikamente einzunehmen senkt sie.

Schlagvolumen

Blutmenge, die eine Herzkammer bei jedem Schlag auswirft, im Mittel 70 ml. Zusammen mit der Herzfrequenz ergibt es das Herzzeitvolumen. Ein Abfall kann eine Atemnot erklären.

Schnittbildgebung (CT, PET-CT)

Die Schnittbildgebung ist ein bildgebendes Verfahren, das sehr genaue Schichtbilder aus dem Körperinneren liefert und viele Erkrankungen aufdeckt, auch am Herz-Kreislauf-System. Die häufigsten Varianten sind die Computertomographie (CT) und die Positronen-Emissions-Tomographie in Kombination mit einem CT (PET-CT). Das CT zeigt Aufbau von Herz und Arterien im Detail, etwa Ablagerungen, Verkalkungen oder eine Verengung der Herzkranzgefäße. Das PET-CT verbindet anatomische mit funktionellen Bildern und beurteilt, wie lebensfähig der Herzmuskel ist, wo er geschädigt ist und was vor einem Eingriff zu entscheiden ist.

Schrittweiser Wiedereinstieg in die Bewegung

Steigerung in Stufen: mit 10 Minuten Gehen beginnen und jede Woche 5 Minuten zulegen, bis 30 Minuten täglich erreicht sind. So bleiben Erschöpfung und Verletzungsrisiko klein. Eine Pulsuhr hilft, im empfohlenen Belastungsbereich zu bleiben.

Schwimmen nach dem Herzinfarkt

Sanfter Sport, bei dem das Wasser das Körpergewicht trägt und die Gelenke schont. Schwimmen verbessert Ausdauer und die Beweglichkeit des Brustkorbs. Es sollte erst nach kardiologischer Freigabe und in mäßigem Tempo beginnen.

Selbsthilfegruppe nach dem Herzinfarkt

Treffen von Betroffenen, geleitet von einer Fachkraft oder einer geschulten ehrenamtlichen Person. Erfahrungen zu teilen motiviert, dranzubleiben, und durchbricht die Vereinzelung.

Septale Alkoholablation

Einspritzung von Alkohol in eine kleine Herzarterie, um die krankhafte Verdickung der Scheidewand zu verkleinern. Das Blut fließt danach besser, die Atemnot lässt nach. Der Klinikaufenthalt ist kurz, die Erholung schnell.

Septum (Herzscheidewand)

Wand, die die rechte von der linken Herzhälfte trennt. Ein Loch darin lässt Blut von einer Seite zur anderen übertreten und ermüdet das Herz. Bei Bedarf wird es per Katheter oder operativ verschlossen.

SGLT2-Hemmer

Tabletten, die Zucker über den Urin ausscheiden lassen und dabei Herz und Nieren schützen. Sie senken die Zahl der Klinikaufenthalte wegen Herzschwäche.

Shunt (angeborene Verbindung im Herzen)

Krankhafter Durchgang für Blut zwischen zwei Herzhöhlen, der von Geburt an besteht. Dieses Loch belastet das Herz und kann ein Geräusch verursachen. Je nach Größe schließt es sich von selbst, per Katheter oder durch eine Operation.

Sinuatrialer Block (SA-Block)

Verlangsamung oder Unterbrechung des Impulses zwischen Sinusknoten und Vorhof. Er kann Schwindel und Ohnmacht auslösen; manchmal ist ein Herzschrittmacher nötig.

Skala des wahrgenommenen Stresses

Kurzer Fragebogen mit zehn Fragen zum erlebten Stress des letzten Monats. Ein hoher Wert ist der Anlass, Entspannungsverfahren oder eine psychologische Begleitung zu beginnen. Wiederholt ausgefüllt, zeigt er, ob diese Maßnahmen wirken.

Smartwatches fürs Herz

Am Handgelenk getragene Geräte, die Schritte zählen, den Puls messen und teils ein vereinfachtes EKG aufzeichnen. Sie erkennen Unregelmäßigkeiten und motivieren zu mehr Bewegung. Die Daten lassen sich mit der Praxis teilen.

Sondenloser Herzschrittmacher

Miniaturisierter Schrittmacher, der ohne Kabel direkt in die Herzkammer eingesetzt wird. Das senkt das Risiko von Infektionen und von Sondenproblemen.

Sport nach dem Herzinfarkt

Regelmäßige, kontrollierte Bewegung, die nach einem Belastungstest beginnt. Zügiges Gehen, Radfahren und Schwimmen stehen an erster Stelle. Sie senkt das Cholesterin und stärkt das Selbstvertrauen.

Sport und Rückfallrisiko

Ein schrittweise gesteigertes, angeleitetes Training senkt die Rückfälle, während eine unvorbereitete harte Belastung sie auslösen kann. Das Ziel sind 150 Minuten moderate Ausdauer pro Woche. Die Kardiologin legt fest, welcher Pulsbereich nicht überschritten werden darf.

Stabile chronische Ischämie

Sauerstoffmangel des Herzens, der bei Belastung vorhersehbar auftritt und seit über drei Monaten unverändert ist. Behandelt wird mit Medikamenten, bei belastenden Beschwerden mit Aufdehnung oder Bypass.

Stenose

Verengung einer Klappe oder Arterie, die den Blutfluss behindert. Sie kann eine Aufdehnung, einen Stent oder einen Klappenersatz erforderlich machen.

Stent

Kleines Röhrchen aus Drahtgeflecht, das nach der Aufdehnung in der Arterie bleibt und den erneuten Verschluss verhindert. Neuere Modelle sind mit einem Medikament gegen das Wiederzuwachsen beschichtet.

Stressbedingtes Herzrasen

Harmlose Beschleunigung des Herzschlags durch Anspannung oder Aufregung. Sie beruhigt sich mit langsamer Atmung oder einem leichten Betablocker.

Stressbewältigung

Praktiken wie Bewegung, Entspannung und Zeiteinteilung, die den täglichen inneren Druck senken. Weniger Stress hilft, Blutdruck und Herzrhythmus zu stabilisieren.

Stressbewältigung nach dem Herzinfarkt

Eigener Baustein der Reha mit Atemübungen, Herzkohärenz und Gruppensitzungen. Er senkt das Rückfallrisiko und verbessert die Lebensqualität.

Stressechokardiographie

Herzultraschall vor und nach Belastung oder Medikamentengabe, um eine schlecht durchblutete Region zu erkennen. Eine strahlungsfreie Alternative zum klassischen Belastungstest.

Stumme Myokardischämie

Verminderte Sauerstoffversorgung des Herzmuskels, die keinen Schmerz verursacht. Sie fällt meist im Belastungs-EKG oder in der Szintigraphie auf. Ihre Behandlung mit Statinen und gegebenenfalls Revaskularisation verhindert den Infarkt.

Supraventrikuläre Tachykardie

Schneller Rhythmus über 150 Schläge pro Minute, der in den Vorhöfen oder im AV-Knoten entsteht. Er löst Herzklopfen und mitunter Schwindel aus, lässt sich aber oft durch Vagusmanöver, Medikamente oder eine Ablation beenden.

Systole

Phase, in der sich die Kammern zusammenziehen und das Blut in Aorta und Lungenarterie auswerfen. Sie entspricht dem oberen der beiden Blutdruckwerte.

Szintigraphie

Funktionelle Bildgebung, bei der ein schwach radioaktiver Marker gespritzt und vom untersuchten Organ aufgenommen wird. Die Kamera zeichnet seine Verteilung auf und macht schlecht durchblutete Bereiche oder Tumoren sichtbar. Die Strahlenbelastung ist gering und kontrolliert.

T

TAVI (kathetergestützter Aortenklappenersatz)

Verfahren, das eine neue Aortenklappe über einen Katheter einsetzt, ohne den Brustkorb zu öffnen; ein Risikoscore entscheidet mit über die Eignung. Gerade gebrechliche Patientinnen und Patienten erholen sich danach rasch.

Therapietreue (Adhärenz)

Wie zuverlässig Medikamente in der richtigen Dosis zur richtigen Zeit eingenommen werden. Gute Therapietreue halbiert das Risiko eines erneuten Herzereignisses. Apps, Wochendosierer und feste Termine machen es leichter.

Thrombose

Bildung eines Gerinnsels im Inneren eines Gefäßes. Je nach Ort führt sie zum Infarkt, zum Schlaganfall oder zur Beinvenenthrombose.

Thrombozytenaggregation

Vorgang, bei dem Blutplättchen aneinanderhaften und den ersten Pfropf eines Gerinnsels bilden. Plättchenhemmer bremsen diesen Mechanismus und beugen so Herzinfarkt und Schlaganfall vor.

Thrombozytenaggregationshemmer

Medikamente, die verhindern, dass Blutplättchen aneinanderhaften und ein Gerinnsel bilden. Täglich nach einer Stentimplantation eingenommen, verhindern sie einen erneuten Infarkt. Ihr Hauptrisiko sind Blutungen im Magen-Darm-Trakt.

Thrombus

Verklumpte Blutmasse, die das Gerinnsel bildet; sie kann haften bleiben oder sich lösen und zur Embolie werden.

TIMI-Score

Prognoseindex beim akuten Koronarsyndrom, der das Risiko für Tod oder einen erneuten Infarkt abschätzt.

Trainingsplan nach dem Herzinfarkt

Von der Kardiologin freigegebener Übungsplan: aufwärmen, 20 bis 30 Minuten Ausdauer, dehnen. Er stärkt das Herz, hebt die Stimmung und senkt das Rückfallrisiko. Die Einheiten richten sich nach dem Belastungstest zu Beginn.

Transitorische ischämische Attacke (TIA)

Sehr kurzer Verschluss einer Hirnarterie, der Sprache, Sehen oder Kraft ausfallen lässt und binnen 24 Stunden wieder verschwindet. Das ist ein Warnsignal: Ohne Behandlung ist das Schlaganfallrisiko in den folgenden Tagen hoch. Eine rasche Abklärung verhindert die Wiederholung.

Transösophageale Echokardiographie (TEE)

Ultraschallsonde, die über die Speiseröhre bis dicht ans Herz geführt wird und sehr genaue Bilder liefert. Sie zeigt die Klappen, findet Gerinnsel und leitet bestimmte Eingriffe. Sie erfolgt unter leichter Sedierung, meist ambulant.

Triglyzeride

Triglyzeride sind eine Fettart im Blut, die überwiegend aus der Nahrung stammt, aus Zucker und Fett. Sie dienen dem Körper als Energiereserve, begünstigen im Übermaß aber Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein zu hoher Wert geht oft mit weiteren Risikofaktoren einher: Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck oder ungünstige Cholesterinwerte. Er trägt zur Verdickung der Arterien bei und erhöht das Risiko für Infarkt und Schlaganfall.

Troponin

Troponin ist ein Eiweiß in den Zellen des Herzmuskels. Wird das Herz geschädigt, etwa bei einem Infarkt, gelangt es ins Blut. Seine Bestimmung deckt deshalb einen Herzschaden schnell auf.

Typ-2-Diabetes und Herz

Insulinresistenz, die häufig mit Bluthochdruck und erhöhtem Cholesterin einhergeht. Dieses Trio treibt die Arterienverkalkung und die Herzschwäche voran. Gewichtsabnahme und Bewegung senken diese Risiken deutlich.

U

Übergewicht, Adipositas und Herz

Jedes zusätzliche Kilo hebt Blutdruck und schlechtes Cholesterin und lässt das Herz mehr arbeiten. Übergewicht begünstigt außerdem Schlafapnoe und Herzschwäche. Langsame Gewichtsabnahme und 150 Minuten Bewegung pro Woche bessern die Herzgesundheit.

Umgang mit Ärger nach dem Herzinfarkt

Techniken wie tiefes Atmen oder eine Pause vor der Reaktion, die Blutdruckspitzen aus Gereiztheit verhindern. Weniger Ärger heißt weniger Risiko für neue Stressspitzen am Herzen.

Umgang mit Gefühlen nach dem Herzinfarkt

Angst, Furcht oder Traurigkeit erkennen und mit einfachen Mitteln lenken: schreiben, darüber sprechen, Achtsamkeit üben. Wer seine Gefühle gut regulieren kann, schläft besser und bleibt bei der Behandlung.

Untypische Infarktzeichen

Extreme Erschöpfung, Übelkeit, Rücken- oder Kieferschmerz, vor allem bei Frauen, Menschen mit Diabetes und älteren Personen. Sie verzögern manchmal den Notruf. Wer sie kennt, rettet Leben.

V

Vasodilatator

Medikament wie Nitrate und Kalziumantagonisten, oder ein Reiz wie Wärme, das die Arterien weitet, den Blutdruck senkt und die Angina lindert. Leichte Kopfschmerzen oder ein rotes Gesicht können auftreten.

Vasokonstriktor

Substanz oder Reiz wie Adrenalin oder Kälte, die die Gefäße enger stellt und den Blutdruck hebt. Nützlich, um einen zu niedrigen Druck anzuheben, aber im Auge zu behalten, weil auch die Herzarbeit steigt.

Vasopressor

Medikament, das die Gefäße gezielt eng stellt und so einen gefährlich niedrigen Blutdruck anhebt. Noradrenalin, Adrenalin und Vasopressin gehören dazu; verabreicht werden sie als Dauerinfusion auf der Intensivstation, etwa im Schock. Sie steigern zugleich die Arbeit des Herzens, weshalb Kreislauf und Durchblutung der Gliedmaßen laufend überwacht werden.

Venen

Venen sind Blutgefäße, die das sauerstoffarme Blut zum Herzen zurückführen. Anders als die Arterien, die das Blut vom Herzen zu den Organen bringen, sorgen die Venen für den Rückweg, damit das Blut in der Lunge wieder mit Sauerstoff beladen werden kann. Sie besitzen meist Klappen, die das Zurückfließen verhindern, besonders in den Beinen. Manche Venen, etwa die tiefen Beinvenen oder die Hohlvenen, sind für den Kreislauf lebenswichtig. Andere, oberflächlich gelegene, neigen zu Beschwerden wie Krampfadern.

Ventrikelseptumdefekt (VSD)

Angeborenes Loch zwischen den beiden Herzkammern, durch das Blut übertritt. Kleine Defekte schließen sich manchmal von selbst, große müssen operiert werden.

Ventrikuläre Tachykardie

Sehr schneller Rhythmus, der in den Herzkammern beginnt und gefährlich ist, weil er in Kammerflimmern übergehen kann. Mögliche Zeichen sind Schwäche, Ohnmacht und Brustschmerz. Ein implantierter Defibrillator oder Medikamente verhindern die Wiederholung.

Verdrängen der Symptome

Die Neigung, Warnzeichen wie Brustschmerz oder Atemnot kleinzureden oder zu übergehen. Diese verlorene Zeit macht Infarkte und Schlaganfälle schwerer. Wer die Symptome früh ernst nimmt, ruft die 112 und begrenzt den Schaden.

Vernetzte ambulante Blutdruckmessung

Zeichnet den Blutdruck über 24 Stunden auf und überträgt die Werte per Bluetooth oder Mobilfunk. Sie trennt dauerhaften Hochdruck zuverlässig vom Weißkitteleffekt.

Vernetztes Blutdruckmessgerät

Elektronisches Blutdruckmessgerät, das die Werte automatisch ans Smartphone oder in die Patientenakte überträgt. Das erleichtert es, die Blutdruckmedikamente einzustellen.

Videosprechstunde nach dem Herzinfarkt

Termin per Video mit der Kardiologin, um Medikamente anzupassen, Fragen zu klären und die Reha zu begleiten. Er erspart eine anstrengende Fahrt und erkennt Probleme früh. Rezepte kommen per E-Mail oder über eine geschützte App.

Vitamin-K-Antagonisten (VKA)

Tabletten, die die Bildung bestimmter Gerinnungsfaktoren blockieren. Ihre Wirkung wird über den INR-Wert im Blut kontrolliert, Zielbereich meist 2 bis 3. Wechselwirkungen mit Kohl, Brokkoli und anderen Medikamenten sind zu beachten.

Vorhofflattern

Schneller, aber regelmäßigerer Rhythmus als beim Flimmern, mit rund 300 Vorhofschlägen pro Minute. Er kann Herzstolpern und Atemnot verursachen. Eine Katheterablation oder Medikamente beenden ihn.

Vorhofflimmern

Unregelmäßiger, schneller Schlag der Vorhöfe, der Herzstolpern und Atemnot auslösen kann. Er erhöht das Schlaganfallrisiko, weshalb meist ein Gerinnungshemmer verordnet wird. Ob die Frequenz gebremst oder der Rhythmus zurückgeholt wird, entscheidet die Kardiologin.

Y

Yoga und Herz

Praxis aus sanften Haltungen, langsamer Atmung und Meditation. Sie senkt Stress, Blutdruck und Herzfrequenz. Zwei Einheiten von je 30 Minuten pro Woche reichen, um den Nutzen zu spüren.

Z

Zucker und Herzgesundheit

Zu viel Zucker wirkt sich unmittelbar auf das Herz-Kreislauf-System aus, auch bei Menschen ohne Diabetes. Zugesetzter Zucker aus Softdrinks, Gebäck und Fertiggerichten begünstigt Bluthochdruck, Übergewicht, dauerhafte Entzündung und ungünstige Cholesterinwerte und erhöht damit das Infarktrisiko.

Zweikammer-Herzschrittmacher

Schrittmacher mit zwei Sonden, je einer im Vorhof und in der Kammer, der den natürlichen Rhythmus nachbildet. Das verbessert das Zusammenspiel beider und die Belastbarkeit.

Zyanose

Bläuliche Verfärbung von Lippen oder Fingern, weil das Blut zu wenig Sauerstoff trägt. Sie kann auf einen Herzfehler, eine Lungenembolie oder eine schwere Herzschwäche hinweisen. Die Ursache gehört dringend abgeklärt.

Zyanotischer Herzfehler

Angeborener Herzfehler, bei dem sich sauerstoffreiches und sauerstoffarmes Blut mischen, sodass die Haut bläulich wirkt. Er wird meist in der Kinderchirurgie korrigiert.